DAS CONNEMARA PONY

Connemara Pony

In der vom Westwind und durch Wasserläufe geprägten Landschaft Connaught im Nordwesten der Republik Irland befindet sich die Heimat des einzigen irischen Ponys dem Connemara. Wie alle Ponyrassen sind auch sie geprägt von karger Umwelt und harten Lebensbedingungen. Wenn auch im Laufe der Jahrhunderte durch den Einfluss des Menschen unterschiedliche Wege eingeschlagen wurden, so ist doch die Verwandschaft mit den keltischen Ponys der britischen Inseln, wie der schottischen Highlands, unverkennbar.

Die irischen Züchter waren experimentierfreudiger als ihre schottischen Nachbarn. So wurden in der zurückliegenden Zeit auch Pferde anderer Rassen eingekreuzt, um die Rittigkeit zu verbessern und die Größe nach oben zu korrigieren. Verbürgt ist der Einsatz andalusischer Hengste im 16. Jahrhundert nach dem Untergang der spanischen Armada, deren Schiffe zum Teil in Nordwestirland strandeten und ihre Fracht, darunter auch spanische Soldatenpferde, in Irland zurück ließen. Aber auch in späterer Zeit importierten irische Pferdehändler Andalusier oder Araber nach Irland, um die heimische Pferdezucht zu veredeln.

Erwähnenswert ist hier der Stammhengst Naseel OX. Der arabische Schimmelhengst Naseel von Raftan aus der Naxina war in England und Irland ein bewährter und viel beschäftigter Erzeuger von Reitponys. Sein Sohn Clonkeehan Auratum wurde von der CPBS im Jahr 1954 als Hengstanwerter gekauft um das Blut seinens Vaters in die Zucht einfließen zu lassen.

Die etwa 140 bis 150 cm großen Ponys boten sich bald außerhalb der Landwirtschaft für die verschiedensten Zwecke an. Sie wurden eine ideale Basis für die Zucht kleiner Hunter oder ausdauernder Wagenpferde. Aus diesem Grund werden bis heute Kreuzungen mit englischen Vollblütern unternommen, um trittsichere und geschickte Springtalente zu erzeugen. Durch den guten Charakter, verbunden mit einem ausgesprochenen Talent zum Springen gibt es aus Kreuzungen mit dem Vollblüter eine große Zahl geschickter Springpferde, darunter so bekannte wie "Dundrum", "Stroller", und "Milton".

Einer der erfolgreichsten Stammhengste war der Vollblüter Little Heaven XX. Sein Sohn Carna Dun bewies seine Vererberqualitäten in seinen besonders guten Töchtern.

Meine Stute Kohlreit Camilla ist ein Nachkomme von Little Heaven und Carna Dun.

1923 wurde die "Connemara Pony Breeders Society" (CPBS) gegründet, die 1926 ihr erstes Stutbuch herausgab. 1964 wurde das Stutbuch geschlossen, so dass auch die noch in den 40er Jahren durchgeführten Kreuzungsversuche damit ihren Abschluss fanden.

Auf dem europäischen Festland gelangte das Connemara Pony etwa ab 1960 und fand hier auf Grund seiner vorzüglichen Eigenschaften bald zunehmend Freunde.

Durch die jahrhundertelange natürliche Zuchtauswahl in Irland auf kargen, von Steinmauern durchzogenen Hängen entstand ein hartes, wendiges, trittsicheres und vorallem ein springfreudiges Pony.

Bei einer durchschnittlichen Widerristhöhe von 144 cm zählt das Connemara Pony zu den größten unter den Ponyrassen. Der kräftige Körperbau, ein vorzüglicher Charakter und ein ruhiges, vertrauenserweckendes Wesen bieten gleichermaßen die Voraussetzung dafür, dass das Connemara Pony für Kinder und Erwachsene als Turnier- und Freizeitpony geeignet ist.

Aufgrund seiner Eigenschaften ist es vielseitig verwendbar und wird in allen Sparten des Reit- und Fahrsports erfolgreich eingesetzt. Die Rasse verbindet in idealer Weise die Reiteigenschaften eines Großpferdes mit der Widerstandskraft und Futterdankbarkeit eines Ponys.

In der Häufigkeit der Farben sind Schimmel und Falben überwiegend, seltener Braune, Rappen oder Füchse.

Das Zuchtziel der heutigen Connemara Ponys versucht Rassetyp mit guter Rittigkeit und Robustheit zu vereinbaren.

Durch das einkreuzen verschiedener Pferderassen (Berber, Araber, Welsh Ponys, Engl. Vollblut, aber auch Kaltblutrassen) lassen sich die Connemara Ponys in drei Gruntypen und deren Mischformen unterteilen:

Die Größe liegt zwischen 140 und 148 cm, bei den heutigen Ponys oft darüber.

Erwünscht ist ein ausdruckvolles Gesicht, ein genügend langer, gut aufgesetzer Hals, eine gut ausgeprägte Sattellage, elastisch modellierte Oberlinie eine lange schräge Schulter, ein trockenes, solides Fundament mit kurzen Röhren und gut ausgeprägten Gelenken. Gut geformte Hufe und wenig Behang. Freie Bewegungen in allen Gangarten, etwas hohe Aktion.